Inter- und transdisziplinär vernetzt für eine hohe Lebensqualität im Alter!

WHO Strategie: Eine neue Gesundheitsdefinition

Mit dem Global Strategy and Action Plan on Ageing and Health und der 2021 eingeleiteten Decade of Healthy Ageing hat die WHO eine neue Gesundheitsdefinition mit vielfältigen und wichtigen Implikationen vorgelegt. Gemäss dieser neuen Definition ist Gesundheit «ein dynamischer Prozess, welcher sich aus den Wechselwirkungen zwischen der Umwelt und den Fähigkeiten, Fertigkeiten, Eigenschaften, Beeinträchtigungen und biologisch-physiologischen Bedingungen ergibt und es einem Menschen während seines Lebens erlaubt, zu tun und zu sein, was für ihn bedeutsam ist.» (Antonia Jann, Age-Stiftung, in Anlehnung an die WHO, 2015)

Gesundheit zeichnet sich durch eine hohe funktionale Lebensqualität aus

Lebensqualität wird als funktionaler und dynamischer Prozess verstanden: Dieser ergibt aus dem Zusammenspiel individueller Fähigkeiten, Fertigkeiten, Eigenschaften, Beeinträchtigungen, biologisch-physiologischen Bedingungen und der Umwelt. Die Möglichkeit, das Leben nach eigenen Vorstellungen und Zielen zu gestalten, zu tun, was für bedeutsam erachtet wird, zeichnet eine hohe Lebensqualität aus. Die funktionale Lebensqualität ergibt sich entsprechend aus dem Zusammenspiel zwischen den gesellschaftlichen und kontextuellen Handlungsgelegenheiten, den individuellen Handlungsfähigkeiten und dem selbstbestimmten Erkennen, Bewerten und Priorisieren von Handlungsmöglichkeiten und Handlungsfolgen. Funktionale Lebensqualitätskonzepte, die individuelle und kontextuelle Bedingungen verbinden, bieten damit eine tragfähige Grundlage für eine interdisziplinäre Bearbeitung der von der WHO identifizierten fünf strategischen Handlungsfeldern.

 

Zur Workshop-Reihe Lebensqualität definieren, messen und fördern

Fünf Handlungsfelder zugunsten der Lebensqualität älterer Menschen

Die WHO-Strategie identifiziert fünf strategische Handlungsfelder, die darauf abzielen, die funktionale Lebensqualität von älteren Menschen zu stabilisieren oder zu erhöhen. Diese Handlungsfelder sind auch in einem Schweizer Kontext relevant. 

Schaffung von altersfreundlichen Umgebungen
Die Umwelt ist ein zentrales Element des funktionalen Lebensqualitätskonzept. Ziel ist es daher, die Lebensbedingungen so zu gestalten, dass auch Menschen mit eingeschränkten...
Förderung einer differenzierten Reflexion über das Altern
Ein angemessenes Verständnis des Alterns setzt die Unterscheidung zwischen der demografischen und der individuellen Alterung voraus sowie die Einsicht, dass beide...
Entwicklung von langfristigen Betreuungs- und Pflegesystemen
Betreuung und Pflege umfassen eine Vielzahl von Dienstleistungen, welche die gesundheitlichen und nicht-gesundheitlichen, alltäglichen Bedürfnisse von Menschen mit chronischen...
Anpassung des Gesundheitssystems an die Bedürfnisse älterer Menschen

Zwei miteinander verbundene Herausforderungen erfordern eine Anpassung der Gesundheitsversorgung an die spezifischen Bedürfnisse einer alternden Bevölkerung:

Förderung der Messung, des Monitorings und der Forschung
Die Förderung eines gesunden Alters schliesst die Forschung, Innovation und den Technologietransfer ein. Ziel ist es, auf die individuellen Fähigkeiten und Aktivitäten sowie die...
Kontakt

Lea Berger

Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW

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