Förderung der Messung, des Monitorings und der Forschung


Die Förderung eines gesunden Alters schliesst die Forschung, Innovation und den Technologietransfer ein. Ziel ist es, auf die individuellen Fähigkeiten und Aktivitäten sowie die unterschiedlichen Alltaskontexte zugeschnittene Interventionen zu entwickleln und deren Wirksamkeit zu überprüfen. Als Zielgrösse der Gesundheitsversorgung dient die individuelle und alltägliche Funktionalität («what people have reason to value»).

Mobile Sensoren (wearables) ermöglichen die Erfassung von individuellen Tätigkeits- und Lebensqualitätsprofilen, die mit den durch den Kontext bestimmten Handlungsmöglichkeiten verknüpft werden können.

Auf bestehenden Instrumenten aufbauend können diese Profile mit vorhandenen Individualdaten (Ressourcen, Fähigkeiten, Eigenschaften, Einschätzungen, Präferenzen) sowie sozio-strukturellen Indikatoren kombiniert werden. Daraus ergeben sich neue Analyseverfahren, in welchen unter Einbezug der Betroffenen die Individualebene (Akteurperspektive) und die gesellschaftliche Ebene (Strukturperspektive) erfasst werden kann. Damit geht zugleich eine inter- und transdisziplinäre Ausrichtung einher, welche auf das Individuum (Psychologie) und die Gesellschaft (Soziologie) zentrierte Ansätze in konstruktiver Weise verbindet. Zugleich können die Stärken der Geistes- und Sozialwissenschaften und jene der Medizin und der Ingenieurwissenschaften genutzt werden.

Die Erforschung der subjektiven und objektiven Determinanten der Lebensqualität im Alltagskontext ergänzt die Erforschung von Krankheiten anhand von Symptomen im klinischen Kontext.
 
Workshopreihe Lebensqualität 

Im Mai, September und Dezember 2016 organisierte die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften in Zusammenarbeit mit dem Universitären Forschungsschwerpunkt der Universität Zürich "Dynamik Gesunden Alterns" je einen Workshop zum Thema Lebensqualität. 

Ausgehend vom «Global Strategy and Action Plan on Ageing and Health» der WHO richtet sich der Fokus auf die Stärkung jener Ressourcen, die für das Wohlbefinden und die eigenständige Lebensführung notwendig sind. Lebensqualität wird dabei als dynamischer, vom Individuum mitgesteuerter Prozess verstanden: Anstelle der kontextfreien Untersuchung einzelner krankheitsdefinierender Symptome steht die individualisierte Erhaltung der Lebensqualität in den jeweiligen Alltagskontexten im Zentrum. Die Konzeption aber auch die Messung von Lebensqualität erfordert ein empirisch prüfbares Verständnis der Wechselwirkungen von Eigenschaften, Ressourcen, Beeinträchtigungen und Handlungsentscheidungen einzelner Personen über unterschiedlich lange Zeiträume. Ein solches dynamisches und personenbezogenes Lebensqualitätskonzept bietet eine tragfähige Grundlage für die Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und den Lebensqualitätserhalt bei gesunden sowie erkrankten Personen.

Die Workshops trugen dazu bei, das Konzept der funktionalen Lebensqualität (functional quality of life (FQOL)) weiterzuentwickeln. Detailliertere Informationen finden sich auf der Veranstaltungswebseite sowie in den Workshopberichten.

Zur Webseite der Veranstaltungen
 


Source: Prof. Mike Martin, UFSP Dynamik Gesunden Alterns, Universität Zürich
 
Powered by

image

Ein Schwerpunkt der Akademien

Akademien der Wissenschaften Schweiz
Haus der Akademien
Laupenstrasse 7
3001 Bern


Kontaktperson

Lea Berger
Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW
lea.berger (@) sagw.ch


Illustrationen

Anna Luchs, Angela Reinhard
(atelier nordföhn) & WHO